Old- & Youngtimer Glossar

In diesem Glossar finden Sie Erklärungen und Definitionen zu den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen aus dem Themengebiet Old- & Youngtimer. Auf dem nach Buchstaben gegliederten Aufklapp-Menü werden die zahlreiche Fachbegriffen aus diesem Fahrzeugbereich anschaulich erklärt. So bekommen Sie die wichtigsten Stichworte aus diesem umfangreichen Themengebiet Schritt für Schritt erklärt.

 

Abreißkerze: Die Abreißkerze wurde vor 1914 in vielen Motoren als Zündvorrichtung verwendet. Dabei wurde ein Elektromagnet mit Strom versorgt, sodass sich der im Verbrennungsraum befindliche Anker anhob und der entstehende Lichtbogen das Benzin-Luft-Gemisch entzündete.

Abschleppstange: Als Alternative zum Abschleppseil wird die Abschleppstange vor allem bei Oldtimern eingesetzt. Dabei bietet sie einige Vorteile: Sie hält den Oldtimer jederzeit auf Abstand zum Abschleppfahrzeug und beugt so dem Risiko einer eingedrückten Stoßstange vor, das aufgrund der häufig schlechten Bremsen der Oldtimer besteht. Allerdings sollte auch die Abschleppstange nur im Notfall benutzt werden – der sicherste Transport für Oldtimer stellt nach wie vor ein Anhänger dar.

AWZ: AWZ ist die Abkürzung für „Automobilwerk Zwickau“. Dahinter verbirgt sich eine alte Automarke der ehemaligen DDR, die für ihre Kunststoffkarosserien bekannt war. Produziert wurden die Autos im volkseigenen Betrieb.

 

 


Blattfedern: Diese, aus mehreren aufeinanderliegenden und gebogenen Stahlblättern bestehende, Federung stammt aus der Zeit der Pferdekutschen und wurde bei Automobilen bis in die Gegenwart verbaut.

Badewanne: 1960 wurde das zu diesem Zeitpunkt neuartige Design des Ford Taunus 17M vom Hersteller als „Linie der Vernunft“ betitelt. Während sich werksintern die Bezeichnung Ford P3 etablierte, bekam der Wagen im Volksmund den (Spitz-)Namen Badewanne.

 


Choke: Als Choke wird der Hebel im Innenraum eines Oldtimers bezeichnet, der beim Kaltstart gezogen werden muss. Dadurch wird die Starterklappe am Vergaser geschlossen und dem Motor durch ein „fetteres“ Gemisch (höherer Kraftstoffanteil) ein einfacher Start ermöglicht.

Cookiecutter: In den Vereinigten Staaten wird eine 1973 eingeführte ATS-Alufelge als Cookiecutter, zu Deutsch Plätzchenausstecher, bezeichnet.

 


Datenkarte: Als Datenkarten werden die Pappkarten mit allen wichtigen Informationen über ein Modell der Marke Mercedes-Benz bezeichnet. Auf ihr wird von der Motorisierung über die Lackierung und die Innenausstattung bis hin zu verbauten Sonderausstattungen alles vermerkt.

Deuvet: Der Deuvet ist der Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge e.V und seit 1976 Vertreter der gesamten Oldtimerszene gegenüber Politik, Gesetzgeber und Behörden.

 


Elektromotor: Die Idee, Automobile mit Elektromotoren anzutreiben, ist schon alt: Bereits zu Zeiten, als Autos noch per Handkurbel angelassen wurden, galten Elektromobile als eine komfortable Alternative. Wegen der begrenzten Reichweite wurden sie anfangs jedoch zumeist nur in Taxis oder Lieferfahrzeugen eingesetzt.

Ente: Der Citroen 2 CV, der von 1960 bis 1990 insgesamt 3.198.779 Mal gebaut wurde, wird im Volksmund „Ente“ genannt. Der amerikanische Spitzname des Wagens ist „Blue-jeans car“.

 


Fahrgestell: Das Fahrgestell – oder auch Chassis/Rahmen – bezeichnet den unteren Teil eines Autos – sprich: das Auto ohne die Karosserie. Früher wurde die Karosserie noch auf das Fahrgestell gesetzt, heute werden nur noch selbsttragende Karosserien verbaut.

Faltdach: In früheren Automobilen waren Faltdächer ein sehr beliebtes Extra. Durch das Faltverdeck konnten relativ einfach große Dachöffnungen realisiert werden. Absolute Dichtheit stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht so sehr im Fokus wie heutzutage: als viel wichtiger galt der besondere Fahrspaß in den Sommermonaten.

 


Gestängebremse: Bei sehr alten Autos wird die Bremskraft nicht hydraulisch, sondern mechanisch mit einer Stange auf die Bremsbacken übertragen. Diese Bremsenbauweise wird Gestängenbremse genannt.

Glühkerze: Die Glühkerze ist das direkte Pendant zur Zündkerze. Sie kommt jedoch nur bei Dieselmotoren zum Einsatz und ist im Vergleich zu Zündkerzen nur beim Starten des Diesels in Betrieb, da sich hier der Kraftstoff durch den Druck von selbst entzündet. Daher wird die Glühkerze lediglich bei kaltem Motor gebraucht.

 


Holzvergaser: Um die Zeit des 2. Weltkriegs liefen einige Fahrzeuge mit Holzvergaser. Dabei wurde durch Verschwefelung aus Holz ein zündfähiges Gemisch gewonnen, mit dem der Motor angetrieben wurde.

H-Kennzeichen: Das H-Kennzeichen wurde speziell für Oldtimer eingeführt. Wie der Name schon sagt, weißt ein großes H an letzter Stelle des Nummernschildes das historische Alter des Fahrzeuges aus.

 


Innenlenker: Frühere Limousinen ohne separaten Chauffeursitz im Freien werden als sogenannte Innenlenker bezeichnet. Bei ihnen befand sich das Lenkrad also innerhalb des Fahrgastraumes.

Isetta: Als Nachbau des italienischen Iso Isetta brachte BMW die Isetta auf den Markt. Sie wurde mit Motorradmotoren versehen, mit welchen sie zwischen 1955 und 1962 über 160.000 Mal verkauft wurde. Anfangs war die Isetta nur mit drei, später dann auch vier Rädern erhältlich.

 


Kardanantrieb: Der Kardanantrieb kam zum ersten Mal im 1898 im Hause Renault zum Einsatz. Bei ihm erfolgt die Übertragung der Motorkraft an die Räder nicht über eine Kette, sondern mit mehreren Kardanwellen.

Knight-Motor: Knight-Motoren, auch als Schiebermotoren bekannt, hatten statt Ventilen Schieberbuchsen (Schieberventile). Im Vergleich zu Motoren mit Ventiltrieb galten sie damals als zuverlässiger und laufruhiger. Aufgrund ihres begrenzten Drehvermögens kamen sie Mitte der 20er Jahre jedoch aus der Mode.

 


Lackierung: Erst eine gute und intakte Lackierung bringt die ganze Schönheit eines Oldtimers und dessen geschwungene Formen komplett zur Geltung. Anfangs hatte die Lackierung noch einzig die Aufgabe, die Karosserie, die damals noch aus Holz oder Blech bestand, vor Witterungen und anderen äußeren Einflüssen zu schützen. Inzwischen gilt sie als eine der wichtigsten Kriterien in der Oldtimerbranche und hat sowohl dort als auch in der restlichen Automobilwelt eine bemerkenswerte und stetig fortlaufende Entwicklung vorzuweisen.

Laubfrosch: Da der Opel 4 PS zu Beginn nur in grüner Farbe produziert wurde, wurde ihm der Spitznamen Laubfrosch zuteil.

 


Matching Numbers: Matching Numbers beschreiben die Tatsache, dass Motor und Getriebe die identische Seriennummer tragen und somit noch nie ausgetauscht wurden.

Manta: Der Opel Manta war ein viersitziges Fahrzeug, das in den 70er Jahren als Konkurrenz zum Ford Capri auf den Markt gebracht wurde. Neben der ersten Baureihe mit dem Namen Manta A (1970-1975) erschienen im Laufe der Zeit auch der Manta B (1975-1988) sowie dessen Coupe-Version Manta C.

 


NOS: „New Old Stock“ ist die Bezeichnung für Ersatzteile, die zu der Zeit produziert wurden, als das entsprechende Fahrzeug neu oder ein normaler Gebrauchtwagen war und seitdem gelagert wurden.

Nagelfänger: Zu der Zeit, als Pferde noch zum alltäglichen Straßenbild gehörten, verursachten verlorene Hufnägel viele Reifenpannen. Daher wurden damals Nagelfänger in Form von statischen Abstreifern oder am Kotflügel befestigten Ketten eingesetzt, die die Nägel abstreifen sollten, bevor diese tief in den Reifen eindringen konnten.

 


Overdrive: Bei einem Planetengetriebe konnte ein sogenannter Schnell- oder Schongang hinter dem normalen Getriebe geschaltet werden. Hierdurch wurde die Übersetzung des höchsten Ganges zusätzlich vergrößert und auf diese Weise die Drehzahl gesenkt. Nach und nach wurde dieser Overdrive vom 5-Gang-Getriebe abgelöst.

Oldtimer: In Deutschland gilt ein Fahrzeug, das mindestens 30 Jahre alt ist, als Oldtimer. Davor wird es ab einem Alter von 20 Jahren als Youngtimer bezeichnet. In Deutschland gibt es noch mehr als eine Million angemeldete Oldtimer. Diese können sowohl mit normalem oder Saisonkennzeichen als auch mit H- oder rotem 07er-Kennzeichen zugelassen werden. Die offizielle Zahl der nicht angemeldeten Oldtimer, die in Scheunen, Garagen oder Sammlungen steht, ist nicht bekannt, wird von Fachleuten aber auf mindestens genauso hoch wie die zugelassenen Exemplare geschätzt. Im Gegensatz zu Deutschland gilt in Österreich jedes Fahrzeug als Oldtimer, das zum einen als erhaltungswürdig eingestuft wird und zum anderen älter als Baujahr 1955 ist. Ausnahmen stellen hierbei Fahrzeuge dar, die älter als Baujahr 1980 sind und zudem in der Liste der historischen Kraftfahrzeuge eingetragen sind. Diese Automobile dürfen sich in Österreich ebenfalls Oldtimer nennen. Zusätzlich muss sich jeder Oldtimer im Originalzustand befinden und eine Zustandsnote zwischen 1 und 3 vorweisen können. In der Schweiz werden Oldtimer auch Veteranenfahrzeuge genannt. Je nach Kanton müssen sie zwischen 25 bzw. 30 Jahre alt sein, sich optisch und technisch in einem einwandfreien, ursprünglichen Zustand befinden und bislang höchstens 3000 km gefahren worden sein. Eine regelmäßige Nutzung, auch gewerblicher Art, ist ausgeschlossen.

 


Panhardstab: Der Panhardstab ist ein Fahrwerkselement, das bei Fahrzeugen mit Starrachse zum Einsatz kommt. Der Stab, der um 1890 von Panhard & Levassor erfunden wurde, führt die Achsen seitlich und verhindert unkontrollierte Seitwärtsbewegungen.

Pagode: Aufgrund der leicht konkaven Wölbung seines Hardtops wird der Mercedes SL der Baureihe W 113 gemeinhin als Pagode bezeichnet. Diese Wölbung ähnelt optisch der Dachform alter Bauwerke Chinas – den sogenannten Pagoden. Legendär wurde das Fahrzeug durch zahlreiche Rennerfolge, die Eugen Böhringer auf einer Pagode erzielten konnte.

 


Querlenker: Querlenker beschreiben Hebel oder Streben zur Einzelradaufhängung, die quer zur Fahrrichtung angeordnet sind. Er sorgt für die essenzielle Stabilisierung zwischen Rad, Bremse, Federung und Autorahmen.

 


Roadster: Ursprünglich wurden nur offene, sportliche Zweisitzer mit Steckscheiben und Notverdeck als Roadster bezeichnet. Zugunsten eines niedrigeren Gewichts und zur Steigerung des reinen Fahrvergnügens wurde auf übermäßigen Komfort verzichtet.

Rost / Rostschutz: Rost ist der wohl größte Feind eines jeden Automobils. Dies gilt selbstverständlich auch für Oldtimer, deren Besitzer aufgrund der teilweise horrenden Ersatzteilpreise und des großen Zeitaufwands beim Restaurieren sehr viel Wert auf dauerhaften Rostschutz legen.

 


Schwiegermuttersitz: Als Schwiegermuttersitz (im Englischen: rumble seat / dickey seat) werden Notsitze bezeichnet, die sich im Heck von zumeist offenen Autos befinden. Sie sind unter einer Klappe verborgen und werden nur bei Bedarf ausgeklappt. Der klassische Schwiegermuttersitz ist nicht überdacht und nur wenig gepolstert. Schon damals war er eigentlich nur Kindern zuzumuten - oder der ungeliebten Schwiegermutter.

Selbstmördertür: Als Selbstmördertüren werden Autotüren bezeichnet, die hinten angeschlagen sind. Das heißt, dass sie ihr Scharnier hinten haben und sich in Richtung Wagenfront öffnen. Der Name rührt daher, dass die Möglichkeit bestand, durch ein absichtliches oder unabsichtliches Öffnen der Tür während der Fahrt aus dem Auto geschleudert zu werden. Es ist allerdings kein Fall eines derartigen Selbstmordes bekannt. Und eine Kollision mit einem Alleebaum war damals wahrscheinlich auch sicherer als sich aus dem Auto zu werfen.

Silberpfeil: Als Silberpfeile werden Rennwagen von Mercedes-Benz und der Auto Union aus den 30er Jahren bezeichnet. Der Name entstand, nachdem ursprünglich weiße Mercedes-Rennwagen vor einem Rennen zu schwer waren. Durch Entfernen der Farbe wurde das Gewichtslimit erreicht und die neue "Farbe", das silbern schimmernden Aluminium, beibehalten.

 


Targadach: Ein herausnehmbares Dachteil, das auf einem fest montierten Sicherheitsbügel sitzt, wird als Targa bezeichnet. Obwohl der Begriff von Porsche geschützt ist, gilt er als allgemeiner Gattungsname für diese Art von Cabriolet.

T-Modell: Das T-Modell von Ford, das im Volksmund auch häufig Tin Lizzy (Blechliesel) genannt wird, war lange Zeit das weltweit meistverkaufte Auto. Von 1908 bis 1927 wurden über 15.456.500 Ford Model T gebaut, davon 3.771 in Deutschland. Es war das erste Auto, das 1913 am Fließband produziert wurde. 1921 hatte das Ford T-Modell einen Anteil am gesamten weltweiten Autobestand von deutlich mehr als 50 Prozent und machte so Ford zu einem Weltunternehmen.

 


Unterdruck-Scheibenwischer: Bevor kleine Elektromotoren in Autos eingesetzt wurden, gab es Scheibenwischer, die mittels im Motor erzeugten Unterdruck angetrieben wurden.

 


Vorwählgetriebe: Bei Vorwählgetrieben wird der nächste Gang vorab per Hand gewählt und mit Bedienung der Kupplung oder des Gaspedals automatisch eingelegt.

Viertaktmotor: Der am häufigsten verbaute Motor in Pkw ist der Viertaktmotor. Wie der Name vermuten lässt, laufen ihn ihm vier Arbeitstakte ab: Ansaugen des Gemischs, Verdichten und Zünden, Kolbendruck nach unten und das Ausstoßen des Abgases.

 


Wankelmotor: Der Wankelmotor, benannt nach seinem Erfinder Felix Wankel, ist ein Rotationskolbenmotor bei dem die Verbrennungsenergie ohne den Umweg in eine Drehbewegung umgesetzt wird.

Weißwandreifen: Weißwandreifen sind sowohl an Autos als auch an Zweirädern in Betrieb und zeichnen sich durch weiße Reifenstreifen oder gesamte Reifenseiten aus. Ursprünglich war Weiß die Standardfarbe für Reifen, die aus natürlichem – und damit weißem – Kautschuk hergestellt wurden. Erst durch die Beimischung anderer Stoffe zur Verbesserung der Gummieigenschaften erhielten die Reifen die schwarze Farbe.

 


Youngtimer: Fahrzeuge mit einem Alter zwischen 20 und 30 Jahren werden als Youngtimer bezeichnet. Sie stellen die nächste Oldtimergeneration dar, erfahren jedoch zumeist noch nicht die ganze große Wertschätzung. Sie sind dafür auch deutlich günstiger im Unterhalt und können oft unproblematisch und schnell mit Ersatzteilen beliefert werden.

 


Zentralrohrrahmen: Bei einem Zentralrohrrahmen hat das Fahrgestell keine kastenförmigen Trägerelemente, sondern ein zentrales Rohr, das die einzelnen Elemente der Karosserie trägt.

Zweitaktmotor: Der Zweitaktmotor kommt ohne Ventile im Zylinderkopf aus, da hier der Kolben selbst die Steuerung von Gemisch und Abgas übernimmt. Auch auf den Öltank kann dieser Motor verzichten – es wird direkt ein Gemisch getankt, das die beweglichen Teile bei der Verbrennung schmiert. Zumeist handelt es sich bei dieser Art von Motor um Benziner, doch gerade im Schiffbau gibt es auch Zweitakt-Dieselmotoren.